Aus naturwissenschaftlicher Sicht ist ein Mineralwasser ein Grundwasser mit einem Mindestgehalt von I000 rng/l gelösten Mineralstoffen und/oder I 000 mg/l freies gelöstes Kohlendioxid, dem entsprechend ist eine Mineralquelle ein an der Geländeoberfläche frei austretendes Mineralwasser.

Bei einem natürlichen Heilwasser handelt es sich um aus natürlichen Quelle zu Tage tretendes oder durch Bohrung künstlich erschlossenes Grundwasser, das auf Grund seiner chemischen Zusammensetzung, physikalischen Eigenschaften oder nach balneologischer Erfahrung geeignet ist, Heilzwecken zu dienen: es kann zum Trinken verabreicht, als Badewasser äußerlich angewendet oder in Flaschen versandt werden, ein Grenzwert für die Inhaltsstoffe besteht nicht mehr. Daraus ergibt sich, dass ein Mineralwasser zwar ein Heilwasser sein kann, ein Heilwasser jedoch nicht unbedingt auch ein Mineralwasser zu sein braucht. Als Heilwasser können Wässer deklariert werden, die Stoffe in bestimmten Mindestmengen enthalten und medizinisch besonders wirksam sind. So müssen zum Beispiel eisenhaltige Wässer mindestens 20 mg/l Eisen (früher l0 mg/kg) enthalten und schwefelhaltige Wässer mindestens 1 mg/l Sulfidschwefel (vgl. Michel & Adams & Schollmayer 1998: 7-8). Als wesentliche und heilbedeutende Inhaltsstoffe finden sich also in der Stahlquelle Eisen mit einer Konzentration von 31,75 mg/l und Schwefel mit einer Konzentration von 32 mg/l und liegen damit deutlich über den heute gültigen Richtwerten für Heilwässer. Die Klever Stahlquelle ist wegen ihrer bergmännischen Erschließung und seinerzeitigen Fassung eigentlich als Brunnen anzusprechen. In der Balneologie und Wasserwirtschaft werden aber auch Brunnen, die in Mineralquellen oder deren Nähe gebohrt werden, Mineralquellen genannt. Problematisch ist der Mineralquellen-Begriff außerdem, da es sich bei dem eisenhaltigen Quellwasser nicht um ein Wasser mit einer Mineralisation von mindestens 1 000 mg/l handelt. Deswegen sollte die Stahlquelle wegen ihrer erhöhten Eisen- und Schwefelhaltigkeit richtigerweise als Heilquelle und ihr Wasser als Heilwasser bezeichnet werden.

Ein Vergleich des Eisengehaltes der Klever Stahlquelle mit den seinerzeitig konkurrierenden Bade- bzw. Kur- bzw. Quellorten zeigt, dass sich in Kleve die höchste Eisen-Konzentration befindet.

Das macht die Klever Heilquelle einzigartig und damit so bedeutsam für den ganzen Niederhein.