Der Stahlbrunnen von Bad Cleve

Der Ausbau Kleves zum Badeort wurde von Dr. Schütte und seinen Nachfolgern professionell betrieben. Die ersten Kurgäste 1742 wurden zunächst noch in einem sechs mal sechs Meter großen Blockhaus empfangen und schon 1754 wurde daneben das erste Brunnenhaus eröffnet, zu dem ein 100 m anges Bleirohr das Quellwasser transportierte. 1794 zerstörten französiche Truppen u.a. das Brunnenhaus, 1799 versiegte die Quelle, die jedoch schon wieder 1811 reaktiviert werden konnte und die Grundsteinlegung für ein neues Brunnenhaus stattfand.

Schließlich entstand 1845 nach Plänen des Klever Architekten Anton Weinhagen ein neues Bäderhaus, das aufgrund eines Besuches von Kaiser Friedrich-Wilhelm IV. im Februar des Folgejahres seitdem seinen Namen trägt. Ab 1872 wurde daran angebaut noch ein Bäderhaus, eine Wandelhalle und ein dreigeschossiges Badhotel mit etwa 50 Zimmern.

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Bad Cleve - Postkarte von 1914 (W. Tyssen)

Im Oktober 1845 wurde die alte Trinkhalle abgerissen und im folgenden Frühjahr eine neue errichtet nach den Plänen von Franz Anton Umpfenbach und unter der Leitung des Wasserbaumeisters Böhm. Die zahlreichen gußeisernen Teile schufen die Kölner Bildhauer J. Belluyt und Christoph Stephan.

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Entwurf für die neue Trankhalle 1844  (Nordhein-Westfälisches Hauptarchiv Düsseldorf)

Der Erste Weltkrieg beendete den Kurbetrieb. Aber der Stahlbrunnen blieb noch bis zum Zweiten Weltkrieg erhalten:

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Amphitheater mit Stahlbrunnen - Postkarte von 1908  (W. Tyssen)

Stahlbrunnenmodell der Schülerin Antonia Osterkamp

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Ausgrabungen beim Stahlbrunnen im Jahre 1986; Foto: Wilhelm Diedenhofen