Baubiologie: Unsere Umwelt beeinflusst nachhaltig unser Leben

Im März 2016 lud die Stadt Kleve alle interessierten Bürger zu einem Infomarkt zum „Integrierten Handlungskonzept Innenstadt Kleve“ ein, bei dem ebenfalls die Schüler der Kinderzukunftswerkstatt „Kinderfreundliche Stadtbebauungsentwicklung für Kleve“ teilnahmen und ihre Vorschläge erneut den Teilnehmern präsentierten. Ausgehend von den Ergebnissen aus der Kinderzukunftswerkstatt sollte im Folgenden im Rahmen des IHK ein Masterplan „Kinderfreundliche Innenstadt“ entwickelt werden mit weiterer intensiver Beteiligung von Kindern und Jugendlichen. Die hieraus von der Stadt Kleve geplanten und von JAS aus Essen durchgeführten zwei Workshops „Junge Mitte“ wurden von sehr vielen Schülern des Konrad-Adenauer-Gymnasiums und weiterer Klever Schulen besucht. Bei der Präsentation der Workshop-Ergebnisse versprach u.a. Kleves Bürgermeisterin Sonja Northing, die Ideen der Schüler bei der Umsetzung „Junge Mitte“ zu berücksichtigen (Bericht in der RP vom 3.10.2016).

Als der Klever Arzt Gert Schumacher im Oktober vorschlug, auf dem Minoriten-Platz ein Hundertwasser-Haus zu bauen (siehe Bericht in der Rhenischen Post vom 1.10.2016), waren viele Schüler aus dem Workshop „Junge Mitte“ hellauf begeistert. Daher schrieben sie der Klever Bürgermeisterin einen Brief mit der Bitte, sie möge sich doch für die Realisierung eines Hundertwasser-Hauses einsetzen, gerade auch im Hinblick auf ihr Versprechen, sich für die Planungsvorschläge der Jugend stark zu machen (Rheinische Post vom 7.11.2016).

Insbesondere Kinder sprechen viele Elemente aus Hundertwasser-Häuser an. Um diese intensiv studieren zu können, besuchte die Biologie-Leistungskurs des Konrad-Adenauer-Gymnasiums, aus dem einige der Teilnehmer der Workshops stammten, das Hundertwasser-Haus in Essen. Die Presse lud einige Schüler ein und ließ sich hiervon berichten.

Der Bericht in der Rheinischen Post vom 25. November 2016

Impressionen vom Besuch des Ronald McDonald Hauses in Essen:

Elemente bei Hundertwasser-Häusern:

Ø Häuser für Menschen und Bäume: „Verwaldung der Stadt“: sorgen u.a. auch im Zuge der globalen Klimaveränderungen für ein angenehmeres Stadtklima!
Ø Bauen mit Beton für einen stabilen Untergrund und mit Ziegeln für die Wände, die ein angenehmes Wohnklima schaffen können. 
Ø Haus als Fortsetzung der individuellen Lebensart eines jeden Menschen – ansonsten wie eine „anonyme Lebensmauer“. Die Bewohner können sich so eher mit ihrer Wohnung identifizieren. Daher sollen sie ihre Wände Innen und Außen auch zeitlebens gestaltend mit verändern dürfen.
Ø „Ohne menschengerechte Umwelt und ohne Frieden mit der Natur ist ein menschenwürdiges Dasein unmöglich!“
Ø „Der Mensch hat drei Häute: seine eigene, seine Kleidung und seine Behausung. Alle drei müssen sich ständig wechseln, sonst stirbt der Organismus!“
Ø „Baumpflicht bedeutet die Wiederherstellung des Dialoges mit der Natur.“
Ø „Die Gradlinigkeit und Uniformität der Bauhausarchitektur ist gefühllos, steril, kalt, herzlos, aggressiv und emotionslos.“ Die neuartige Architektur ist eine höhere Individualität, Kreativität und Harmonie mit der Natur.
Ø „Der Zwiebelturm am eigenen Haus erhebt den Bewohner in den Status eines Königs.“
Ø Die Säule ist ein wesentliches Element abendländischer Architektur, hier fühlt man sich wie unter einem Baum. „Eine Säule muss schön und vielfarbig sein und auch im Regen und im Mondlicht aus eigener Kraft leuchten!“
Ø Figuren, Löwen, Statuen, Adler und Kugeln wirken wie die Statuen im alten Rom. „Wenn man dem Menschen seine Wurzeln in die Vergangenheit zerstört, so verhindert man seine Zukunft!“
Ø Romantische Elemente: „Nimmt man dem Menschen seine Träume und Sehnsüchte, so geht er zugrunde.“
Ø Der Wandelgang soll im Gehen Menschlichkeit, Wärme, Schönheit und Vertrautheit vermitteln.
Ø „Architektur muss dem Menschen seine Seele wieder zurückgeben!“
Ø „Der unebene Boden ist wie eine Melodie für die Füße.“ Der Mensch erlebt so viel stärker den Boden mit seinen Füßen.
Ø „Mosaike an den Wänden sind wie spontan auftretende Blumen in der Natur.“